Über Jindřichův Hradec

Jindřichův Hradec (auf Deutsch Neuhaus) liegt in der malerischen südböhmischen Teichlandschaft, nordöstlich von České Budějovice (Böhmisch-Budweis).

Geschichte

Die ersten schriftlichen Erwähnungen der hiesigen Přemyslidenfestung reichen zurück bis ins 9. und 10. Jahrhundert. Um das Jahr 1220 ließ Heinrich, der erste Herrscher von Hradec, auf den Fundamenten einer slawischen Befestigungsanlage eine gotische Burg errichten, der er den Namen Nový hrad (Neue Burg) gab. Diesen Burgnamen übertrug man bald auch auf den unterhalb der Burg entstehenden Marktflecken.

Dank ihrer strategischen Lage zwischen Prag und Wien erlebte diese Siedlung schon bald einen großen Aufschwung. Einen Meilenstein bedeutete dann das Jahr 1293, als Jindřichův Hradec erstmals als Stadt erwähnt wird. Zu diesem Zeitpunkt war die Burganlage aller Wahrscheinlichkeit nach bereits fertiggestellt, sodass man in den darauffolgenden Jahrzehnten den planmäßigen Ausbau von steinernen Bürgerhäusern betreiben konnte.

Die Blütezeit der Stadt fand im 15. Jahrhundert eine reibungslose Fortsetzung und erreichte dann im 16. Jahrhundert, unter Heinrich IV. von Neuhaus und dessen Sohn Adam, ihren Höhepunkt. Zu den ursprünglich gotischen Bauten gesellten sich solche aus der Renaissance dazu. Zu verdanken war dies vor allem dem Umstand, dass hier viele italienische Baumeister tätig waren, die die mittelalterliche Burg zu einem modernen Schloss umbauten.

Das goldene Zeitalter der Stadt endete im Jahre 1604, als das Geschlecht der Herren von Neuhaus ausstarb und die Domäne von Wilhelm Slavata von Chlum und Koschumberg übernommen wurde. Der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bedeutete dann den Beginn des Niedergangs von Jindřichův Hradec, und dies obwohl es zu diesem Zeitpunkt die zweitgrößte Stadt des ganzen Königreichs Böhmen war.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Domäne von dem Grafengeschlecht Czernin von und zu Chudenitz übernommen, in dessen Besitz es sich dann bis 1945 befand. Die Stadt wurde in ihrer Geschichte von zwei großen Katastrophen heimgesucht, zunächst 1773 und dann ein weiteres Mal 1801, als bei Feuersbrünsten 300 Häuser niederbrannten und Dutzende Menschen ums Leben kamen. Nach dieser Brandkatastrophe erhielt Jindřichův Hradec sein klassizistisches Aussehen, dass ihm teilweise noch bis heute eigen ist.